Wissen und Quellen · Orientierung, keine Diagnose

Schlafstatistiken Schweiz: BFS-Zahlen und ihre Grenzen

Das BFS berichtet für 2022 33 % Menschen ab 15 Jahren mit mittleren oder „pathologischen“ Schlafstörungen nach seinem Befragungsindikator. Das Wort „pathologisch“ bezeichnet hier eine statistische Kategorie, keine individuelle Diagnose.

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Kurzantwort

Das Bundesamt für Statistik berichtet für die Schweizerische Gesundheitsbefragung 2022 33 % mit mittleren oder sogenannten pathologischen Schlafstörungen: 26 % in der mittleren und 7 % in der pathologischen Indikatorkategorie. Der Gesamtwert beschreibt eine Befragungsdefinition und ist keine ärztliche Diagnosequote.

Wie der Indikator gebildet wird

Der schriftliche Fragebogen erfasst, wie häufig Einschlafschwierigkeiten, unruhiger Schlaf, mehrmaliges Erwachen und zu frühes Erwachen vorkommen. „Pathologisch“ bedeutet in der BFS-Definition: häufig unruhiger Schlaf und häufiges mehrmaliges Erwachen. „Mittel“ bedeutet: mindestens eines der vier Probleme tritt häufig auf, ohne die strengere Kombination. Die Begriffe sind Kategorien der Auswertung, kein Online-Screening.

Bezugsgruppe und Erhebung

Grundgesamtheit sind Menschen ab 15 Jahren in Schweizer Privathaushalten. An der gesamten SGB 2022 nahmen 21.930 Personen teil; die Schlaf-Fragen gehörten zum schriftlichen Fragebogen, den 19.137 Personen ausfüllten. Die veröffentlichte Quote ist ein Bevölkerungsindikator und darf nicht als Rohanteil aus der Zahl der Teilnehmenden nachgerechnet werden.

Entwicklung seit 1997

Nach der BFS-Zeitreihe stieg der Anteil mit mittleren oder pathologischen Schlafstörungen von 28 % im Jahr 1997 auf 33 % im Jahr 2022, also um fünf Prozentpunkte. Die vier Fragen gehören laut BFS seit 1997 zum Fragebogen. Diese Beobachtung belegt keine einzelne Ursache und sagt nichts über eine persönliche Verschlechterung aus.

Warum kein DACH-Ranking möglich ist

In Österreich wurde eine andere Beschwerdefrage mit einem Zwei-Wochen-Zeitraum gestellt; für Deutschland sind unter anderem Schlafdauer und Zeitverwendung dokumentiert. Gleiche Wörter bedeuten hier nicht gleiche Messgrößen. Eine Prozent-Rangliste wäre methodisch falsch.

Was der Wert für dich bedeutet

Der BFS-Wert kann die Häufigkeit von Beschwerden auf Bevölkerungsebene einordnen. Er kann nicht vorhersagen, ob du eine Schlafstörung hast. Wenn Schlafprobleme über längere Zeit belasten oder der Tag deutlich beeinträchtigt ist, hilft eine persönliche medizinische Einordnung mehr als ein Ländervergleich.

Quelle und Datenstand

Bundesamt für Statistik, Schweizerische Gesundheitsbefragung 1997–2022: Schlafstörungen in der Bevölkerung, BFS Aktuell, Seiten 1–2 und 7, Oktober 2024. Quellenabgleich am 28. September 2026; bei offizieller Revision werden Werte und Definition erneut geprüft. Sachliche Hinweise kannst du an info@schlaf.guide senden; bitte keine persönlichen Gesundheitsdaten übermitteln.

Belege

Quellen

Zuletzt redaktionell geprüft am 28. September 2026.

  1. Schweizerische Gesundheitsbefragung 1997–2022: Schlafstörungen in der Bevölkerung
    Bundesamt für Statistik (BFS) · Amtliche Gesundheitsbefragung · abgerufen am 28. September 2026

    SGB 2022, S. 1–2 und 7: 26 % mittlere und 7 % pathologische Störungen nach einem Vier-Fragen-Indikator; Bevölkerung ab 15 Jahren in Privathaushalten, 19.137 schriftliche Fragebogen zu Schlafproblemen.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Haben 33 Prozent in der Schweiz eine diagnostizierte Schlafstörung?

Nein. Die 33 Prozent stammen aus einem BFS-Befragungsindikator für mittlere oder sogenannte pathologische Schlafstörungen, nicht aus ärztlichen Diagnosen.

Sind Schweizer Werte direkt mit Österreich vergleichbar?

Nein. Frage, Definition und Bezugszeitraum sind verschieden; daraus lässt sich kein seriöses Länderranking bilden.

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